War nicht gerade erst Montag? Wo ist die Woche schon wieder geblieben? Die Welt brennt gefühlt, und ich traue mich morgens kaum, das Handy anzumachen und die Nachrichten zu lesen. Aber schön, dass ihr wieder hier seid für meinen Gedankensalat, die Freitagstipps und den Freitagsfüller.
Politische Entscheidungen, getroffen von wenigen und die von uns allen getragen oder besser ertragen werden müssen. Krisenmeldungen. Kriege, die nicht enden. Gesellschaften, die sich verhärten. Manchmal fällt es mir schwer, einfach weiterzumachen.Einkaufen zu gehen, zu planen, zu lachen, während so vieles aus dem Gleichgewicht geraten ist. Es ist ermüdend, zuzusehen, wie Macht ausgeübt wird und über Schicksale von Menschen entschieden wird. Umso bewusster halte ich mich an dem fest, was nah ist. An diesen unspektakulären, so oft betonten „kleinen” Dingen.
Das vergangene Wochenende in Berlin mit meinen Kindern hat wieder einmal so gut getan, ich habe ein wenig positive Vibes gespeichert. Und der Blick über den eigenen Horizont hinaus, die Impulse, die sich durch Begegnungen und Gespräche mit wesentlich jüngeren Menschen immer wieder ergeben, finde ich ungeheuer wichtig für mich und auch für unsere Gesellschaft.
Ich bin in Ruhe durch die Stadt gebummelt, war endlich mal in der Staatsbibliothek, habe phantastisch gut bei meinem Sohn die leckersten Bagel gefrühstückt und auf dem Heimweg die besten Doughnuts Berlins mitgenommen. Ein 20€ Knöllchen kassiert für 5 Minuten Überschreitung der Parkuhr. Abends am Maybachufer draußen (!) mit den Mädels den ersten Aperol Spritz getrunken und Pizza gegessen und die beste Zeit gehabt.

Vielleicht ist es genau das, was man tun kann. Nicht das Wegsehen. Das gleichzeitige Aushalten von Weltgeschehen und persönlichem Glück. Informiert zu bleiben und dennoch im Hier und Jetzt Dankbarkeit zu empfinden.
Am Samstag haben wir von Berlin aus einen Ausflug nach Potsdam gemacht. Da wieder mal die Bahnen und Busse bestreikt wurden, mussten wir zweimal mit dem Auto durch die ganze Stadt gurken. Meine Tochter wohnt nur eine halbe Stunde von Potsdam entfernt, mein Sohn aber fast am entgegengesetzten Ende der Stadt. Nun ja, es war nicht zu ändern, aber der Verkehr in Berlin ist kein Spaß. Die Berliner fahren ohne Rücksicht auf Verluste, das Recht des Stärkeren wird brutal ausgenutzt. Überall Baustellen, todesmutige Fahrradfahrer und Rollerfahrer. Nachdem ich ein paar Mal laut geflucht hatte (mir fallen dann die schlimmsten Schimpfwörter ein, besonders für Männer im Mercedes) meinte meine Tochter irgendwann: “Mama, die sind hier irritiert von deiner Fahrweise, du fährst zu rücksichtsvoll und lässt alle vor, das macht hier keiner”. Ach so.
Wenn ich in Berlin Uber fahre, habe ich jedesmal fast Todesangst. Na ja, fast. Aber dafür sind die Berliner Uber Fahrer die coolsten mit den besten Geschichten.

Der Nachmittag in Potsdam kam uns vor wie ein Kurzurlaub, besonders im historischen holländischen Viertel. Durch das phantastische Wetter waren die Straßen und Cafes voll, viele Touristen unterwegs und der Kontrast zum an manchen Stellen lauten und dreckigen Berlin fiel auf. Schloss Sanssouci lag noch im Winterschlaf, alle Statuen waren eingepackt und trotzdem waren leichte Bridgerton Vibes da. Ich muss unbedingt nochmal in der Vorweihnachtszeit nach Potsdam, dort soll es dann besonders schön sein. Als ich übrigens am Tag vorher Tipps für Potsdam googelte, zeigte mit Gemini (das ist die KI von Google) direkt an, dass in Potsdam zurzeit 69 Millionäre leben. Zumindest an den Häusern merkt man das.
Ich könnte mal wieder einige neue Tipps für Berlin in einem Blogbeitrag zusammenfassen, fällt mir gerade auf. Gespeichert habe ich jedenfalls einiges Neues, das meine letzten Tipps für Berlin ergänzen wird. Schaut auch gerne in meine Kategorie Reisen, da gibt es noch mehr Tipps zu Berlin.
Meine Tochter war dann noch einige Tage mit bei mir und ich habe sie noch ein wenig verwöhnen können. Jetzt bin ich aber auch wieder froh, das kommende Wochenende nur in meinem eigenen Rhythmus rumschlumpfen zu können.
Ich genieße schon die ganze Woche die Sonne, den blauen Himmel und die Frühlingsboten im Garten. Ob es wirklich nochmal Winter wird? Um ehrlich zu sein, könnte ich drauf verzichten. Und die Vögel, die ich überall höre sicher auch. Andererseits ist das alles nicht normal und so richtig fühlt es sich noch nicht an.

Während im Nahen Osten Raketen einschlagen und Drohnen über Städte fliegen, scrolle ich durch Netflix und überlege, welche Serie ich heute Abend schauen soll. Diese Gleichzeitigkeit der Welt fühlt sich manchmal völlig absurd an.
Und sonst so?
US-Außenminister Marco Rubio hat noch heftigere Angriffe gegen den Iran angekündigt. Für diesen Krieg hat Donald Trump keine Gründe und keinen Plan. Die Folgen wird die ganze Welt spüren. Irans Vergeltungsschläge treffen Dubais Luxusbauten ebenso wie US-Basen in der Golfregion. Der Iran droht, jedes Schiff zu verbrennen, das die Straße von Hormus zu passieren versucht. Kein Tropfen Öl solle durchkommen, um die globalen Ölpreise auf bis zu 200 US-Dollar zu treiben. Zack, seit gestern kann man bei uns nirgendwo mehr unter 2€ tanken. Es ist alles nicht zu begreifen.
Es ist ziemlich ätzend, in den Emiraten, in Dubai oder anderswo festzustecken, weil der Luftraum großflächig gesperrt ist. Ignorant ist es allerdings, trotz wochenlanger Kriegsdrohungen dorthin zu fliegen, um in Fernost Urlaub zu machen. Und sich dann noch darüber aufzuregen, dass man nicht auf Staatskosten sofort nach Hause geflogen wird. Das hat mich schon etwas aufgeregt in den letzten Tagen.
Wer in den letzten (mindestens 4) Wochen nur einmal irgendwelche Nachrichten sieht, wusste, dass es da nicht gerade rosig werden konnte. Es gibt noch sowas wie Selbstverantwortung. Keiner zwingt die Menschen in die Golfstaaten zu reisen oder auf dem Weg nach Fernost dort zwischenzulanden. Wenn sie es trotzdem machen – im Wissen über die aktuelle Lage – haben sie sich in ihrer Risikoabwägung dennoch für die Reise entschieden, aber halt daneben gelegen. Alle anderen, die nicht gereist sind, haben sich in diesem Fall richtig entschieden. Man muss auch nicht für alles eine Reisewarnung ausgeben. Spätestens als der 2. Flugzeugträger in der Golfregion war, sollte jedem klar gewesen sein, dass man dort seinen Urlaub besser nicht macht.
Von den ganzen Dubai Influencern bzw Steuerflüchtlingen mal ganz zu schweigen. Peinlichste Videos ever. Jedes einigermaßen persönliche Erlebnis wird als Content gebraucht, wobei man sich schon fragen kann, was eigentlich passieren muss, damit diese ultimative Selbstvermarktung zum Erliegen kommt. Ein Kriegsausbruch mit Kampfgeschehen in unmittelbarer Nähe ist es augenscheinlich nicht. Und so erlebten wir auf Social Media eine nie dagewesene Berichterstattung aus einem Kriegsgebiet. Nachdem Influencer in Dubai zunächst noch die Raketen am Himmel filmten oder ein wenig irritiert, aber keineswegs verstört berichteten, wie die Musik in den Clubs wegen der Detonationen lauter gedreht wurde, änderten sich die Beiträge in den darauffolgenden Tagen.
Gezeigt wurde geradezu aggressiv gelassen die Normalität in Dubai, während einige Influencer immer wieder betonten, dass sie sich sicher fühlten und wie sehr sie der dortigen Regierung vertrauten. Und auf einmal wollten sie dann doch weg. Still und heimlich oder medienwirksam wie Fiona Erdmann, Ex-Germany’s Next Topmodel Kandidatin. Sie dokumentierte in den vergangenen Tagen und in bester Videotagebuchmanier ihre Flucht aus Dubai in den Oman.
Wie passend auch, dass Gas Kathi (unsere Wirtschaftsministerin formerly known as EON Vorstand) kurz vorher erst die Förderung für erneuerbare Energien stoppt und zurück zu fossiler Energie möchte.
Ich glaube, das Problem liegt darin, dass es für Politiker keine Konsequenzen mehr gibt. Es gab mal etwas wie Anstand, Moral und Demut. Selbstregulation. Das sind längst keine Eigenschaften mehr, die im politischen Betrieb positiv betrachtet werden. Es zählt das dicke Fell. Masken-Spahn und Frau Reiche sind das beste Beispiel dafür. Dieses Davonkommen, sich durchlavieren, abprallen lassen prägt en Politiker wie sie die politische Struktur. Es gibt keine Konsequenzen mehr für dickfellige. Wir kommen wir da wieder hin?
Und nur zur Erinnerung für das Wochenende: Der Internationale Frauentag am 08. März ist kein „Muttertag light“, sondern ein Kampftag für Gleichberechtigung.