Schnapszahl beim Freitagsfüller! 888 Wochen ist ganz schön viel, dachte ich gerade.
Während ich das hier schreibe, stehen rund um mich Kartons, Kisten und Taschen. Später heißt es dann wieder Tetris im Auto spielen, damit alles reinpasst, bevor ich heute Mittag zum Crop Am Rhein starte. Ich habe vor Jahren mal einen Blick hinter die Kulissen geteilt: Behind the scenes, oder was es bedeutet, wenn ich einen Scrapbooking-Workshop gebe. Zum größten Teil ist das immer noch aktuell.
Inzwischen kann ich das aber wesentlich entspannter angehen, weil ich nur noch in Teilzeit berufstätig bin und mehr Zeit habe.

Den größten Teil der vergangenen Woche habe ich also mit vielen kleinen Details verbracht. Einem Trip zu IKEA, um meine Anzahl an SAMLA Kisten zu vergrößern, ich brauchte noch welche für denTransport meiner Werkzeuge zum Crop Am Rhein. Ich muss die unbdingt mal durchzählen, in meinem Haus befinden sich schätzungsweise 50+.
Den vergangenen Samstagnachmittag habe ich mit meinem Sohn in der Stadt verbracht. Wir haben eine Tradition, die inzwischen leider zu kurz kommt, seit er nach Berlin gezogen ist. In Düsseldorf gibt es nämlich den wirklich besten, und sensationell leckeren Frozen Yoghurt. Früher, als er noch hier gewohnt hat, haben wir uns regelmäßig zum FroYo essen in der Stadt getroffen. Alleine käme ich ehrlich gesagt nicht auf die Idee, aber immer wenn die Kinder hier sind und es ist Saison von März bis November, gibts FroYo.

Es war an diesem Tag traumhaftes Spätsommerwetter, der Carlsmarkt und das Rheinufer waren knackevoll und ich habe das alles sehr genossen. Die kleinen Dinge!
Ach ja, und ich habe ein neues englisches Wort gelernt, das mich schwer beeindruckt hat. In einem Tiktok Video gab es eine interessante Analyse zu KI, von einer Studentin der Harvard Universität. Sie sagte, die KI sei “behemoth”. Noch nie gehört, aber beeindruckend, also direkt gegoogelt. Gigant heißt das.
Das erinnert mich an ein und bis dahin unbekanntes Wort, das wir in Washington am Vorabend der Einweihung des MLK Memorials gehört haben und das wir seitdem in unseren Sprachgebrauch aufgenommen haben. Ein Passant sagte im Vorbeigehen mit Blick auf das Denkmal “It’s homongous!”. Das bedeutet riesig. Wir sagen das jetzt immer, wenn etwas übertrieben groß ist. Egal ob ein Eis, ein Gebäude oder ein Baum.

Und sonst so?
Wahlergebnisse, es gibt kaum ein anderes Thema in den Nachrichten. Was ist los in unserem Land? Wisst ihr, was mich wirklich besorgt?
Was, wenn die das wirklich wollen? Vielleicht liegt genau darin unser Denkfehler.
Wir glauben, wir müssten nur besser aufklären, mehr erklären, starker vor Rechtsextremismus, Ausgrenzung und Nationalismus warnen. Aber was, wenn es gar nicht nur um fehlendes Wissen geht?
Wir setzen als selbstverständlich voraus, dass wir trotz aller politischen Unterschiede dieselben grundlegenden Werte teilen – Demokratie, Freiheit, Gleichwertigkeit und Menschenwürde. Und was, wenn genau diese Voraussetzung nicht mehr stimmt?Natürlich gibt es reale Probleme in unserem Land. Sie müssen benannt und gelöst werden. Aber gerade deshalb sollten wir bei vermeintlich einfachen Lösungen sehr genau hinschauen.
Hänsel und Gretel hatten schließlich wirklich Hunger. Und genau deshalb funktionierte das Knusperhaus. Den Vergleich las ich neulich.
Denn Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie lebt davon, dass Menschen sie wollen, schützen und verteidigen. Kippt da gerade etwas?
Und was ist mit der Presse los? Statt Grünen-Bashing gibt es jetzt Linken-Bashing?
In Talkshows und in vielen politischen Debatten werden seit Jahren die immer gleichen Erklärungsmuster von den immer gleichen Journalist*innen präsentiert. Damit erfüllt Journalismus seine Aufgaben nicht.
Wenn wir Politik immer nur nach ideologischen Schubladen betrachten, stecken wir doch fest. Die Themen heute sind komplex und brauchen vermutlich ganz neue Denkansätze. Eventuell könnte sogar eine Mischung aus Rechts- und Links verorteten Themen die Lösung sein. Statt dessen scheint sich alles immer mehr zu verhärten.
Und stell dir vor, du hast dein ganzes Leben lang auf einen bestimmten Job hingearbeitet und dann erreichst du im hohen Alter endlich dein Ziel und dann bist du in diesem Job einfach scheiße. Aber Merz ist es doch letztlich komplett egal, was die Menschen von ihm denken. Zumindest handelt er so, als wären wir alle nur ein Instrument, das ihm seine Macht beschert hat. Jetzt ist er der König und der Pöbel hat zu schweigen.
Und wenn die Zufriedenheit mit ihm auf 0% fällt, hört er trotzdem nicht auf. Und die CDU stürzt ihn nicht, weil die Folgen katastrophal sein könnten.
Fassen wir mal die größten Hits der Union der letzten Zeit zusammen:
Die Union spricht sich gegen Leihmutterschaften aus – ihr damaliger Fraktionsvorsitzender nimmt eine Leihmutter in Anspruch. Jetzt sitzt er im Haushaltsausschuss.
Die Union fährt eine Kampagne, die den Linken Antisemitismus unterstellt – in Heidenau engagiert sie sich mit der AfD gegen Stolpersteine.
Die Union führt strengere Regeln für Krankmeldungen ein – Jens Spahn schwänzt augenscheinlich seine Arbeit im Bundestag und macht stattdessen Urlaub auf Sardinien. Die Bildzeitung berichtet darüber und löscht den Beitrag kurze Zeit später, wegen “der Privatsphäre”.
Ich schäme mich fast, dass ich bis zum Ende der Ära Merkel noch Mitglied in dieser Partei war. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es doch noch Politiker gibt, die gemäß ihrem Auftrag zum Wohle des Volkes handeln.
Und Trump dreht immer mehr am Rad und ist inzwischen zur größten Lachnummer der Welt mutiert. Was ihn nicht weniger gefährlich macht, je mehr sich die Midterm Wahlen im November nähern.
Und so schließt sich der Kreis.

Good News!
NRW bringt Wiederbelebung in den Unterricht. Schüler*innen in Nordrhein-Westfalen lernen neuerdings in der Schule, wie sie Menschen wiederbeleben können. Seit diesem Schuljahr ist ein 90-minütiges Reanimationstraining in den Klassen sieben, acht und neun Pflicht. Speziell geschulte Lehrkräfte zeigen dabei, wie Herzdruckmassage und Beatmung funktionieren.
Wie schaffen die das? Ich finde es super:Saarland schafft Kita-Beiträge ab Ab 2027 müssen Eltern im Saarland keine Beiträge mehr für den Kita-Besuch ihrer Kinder zahlen. Der Landtag hat die vollständige Beitragsfreiheit beschlossen. Noch 2021 zahlten Familien mit zwei Kindern im Regionalverband Saarbrücken beispielsweise gut 3.300 Euro im Jahr.
Das Projekt Housing First in Düsseldorf habe ich bis zu meiner Rente in meinem Hauptjob begleitet. Es gibt wohnungslosen Menschen ein Zuhause und ist so ein wunderbares Beispiel für Soziales Miteinander. Meine damals dafür zuständige Kollegin ist inzwischen Bundestagsabgeordnete mit Schwerpunkt Wohnen. Diese Nachricht hat mich sehr gefreut: 350 erfolgreiche Mietverträge dank Housing First in Berlin Seit 2018 gibt es „Housing First“ in Berlin. Der Ansatz: Menschen ohne Wohnung wird bedingungslos eine eigene Wohnung mit Mietvertrag vermittelt. Innerhalb von acht Jahren wurden so 350 Wohnungen vermittelt, wodurch 420 Personen ein neues Zuhause gefunden haben.

1. Mir ist aufgefallen, ______________ .
2. ________ meinte neulich _________ .
3. Das nächste Mal _________ .
4. _________ schon verstanden.
5. Danke an _________ .
6. __________ , soviel dazu.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf ___________ , morgen habe ich geplant, _________ und Sonntag möchte ich _________ !
Wenn ihr mitmachen wollt, könnt ihr die Fragen vom Freitagsfüller gerne auf euren Blogs beantworten und im Kommentar verlinken. Oder aber ihr beantwortet direkt hier in den Kommentaren, wenn ihr keinen eigenen Blog habt. Ich freue mich auf eure Antworten oder auf das Stöbern auf euren Blogs, danke für’s Mitmachen beim Freitagsfüller! Und euer Interesse an meinen Freitagstipps, die kommen jetzt. Ich freue mich übrigens auch, wenn ihr meine Freitagstipps durch eure eigenen Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt!
Meine Freitagstipps für euch
Freitagstipps zum Gucken
Gestern auf Amazon Prime erschienen: „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe”, die Buchverfilmung des Romance-Bestsellers „The Love Hypothesis” von Ali Hazelwood. Musste ich natürlich direkt gucken.
Aus einer Fake-Liebesgeschichte entwickelt sich ganz langsam ein emotionales Experiment und echte Chemie. Eine charmante Romcom mit ungewöhnlichem Schauplatz, College vibes, ein wenig „Off Campus”-Hotness und beste Unterhaltung.
Dann habe ich mit Entzücken festgestellt, dass die zweite Staffel von “Blood of my Blood” online ist. Leider erst eine Folge, sowas mag ich ja gar nicht. Also bin ich dabei, die erste Staffel nochmal zu schauen um wieder voll reinzukommen, bis mindestens drei neue Folgen online sind. Das Prequel der Highlander Saga von Diana Gabaldon ist meiner Meinung nach nicht ganz so charismatisch wie “Outlander”, aber die Geschichte der Eltern von Claire und Jamie, um die es hier geht, ist auch beste Unterhaltung.
Die vielfach ausgezeichnete deutsche Serie “Babylon Berlin” hat mich nie gereizt, warum weiß ich auch nicht genau. Als ich aber neulich eine sehr positive Rezension der fünften und finalen Staffel las, habe ich mich an genau diese letzte Staffel gewagt. Atmosphärisch düster und extrem packend, finde ich. Im Fokus der letzten acht Episoden stehen die Wochen Anfang 1933 rund um die Machtübernahme der Nationalsozialisten und das Ende der Weimarer Republik. Und Ähnlichkeiten sind unverkennbar. Auch die gleichnamige anschließende ARD Doku unter dem gleichen Titel fand ich wieder aufrüttelnd. Gegen das Vergessen!
Freitagstipps zum Lesen
Ich war doch leicht erstaunt, dass in Bayern die Raumfahrt ein größerer Wirtschaftszweig ist. Ich erinnere mich, dass es auch ein Lieblingsthema Söders ist. Nun ja, ich habe wenig Ahnung davon und bin über diese Schlagzeile gestolpert: “Mitgründer verlässt Raketen-Startup Isar Aerospace”. Bavaria Instruments, aha.
Wenn ich überhaupt mal Tatort schaue, was selten vorkommt, dann die mit Ballauf & Schenk in Köln. Kölner “Tatort”-Kommissar macht Schluss. Schade, aber nach 30 Jahren hat er den Ruhestand verdient. Freddie macht zum Glück weiter.
Der dritte US-Präsident war Gegner der Sklaverei und hat die amerikanische Unabhängigkeitserklärung verfasst. Was ihn jedoch nicht davon abhielt, im Laufe seines Lebens etwa 600 Sklaven zu besitzen. Eine von ihnen war die 30 Jahre jüngere Sally Hemings. 15 Jahre Forschung waren nötig, um folgendes herauszufinden: US-Präsident Thomas Jefferson zeugte Kinder mit seiner Sklavin. Neuste genetische DNA Forschung machte es möglich. Warum überrascht mich das Ergebnis jetzt nicht wirklich?
Ich brachte einen Erdkundeordner zum Janet-Jackson-Konzert. Meine Freundin Selmin schreibt über Prokastination. Ich kann das so gut nachvollziehen!
Freitagstipps zum Hören
Ich hatte wenig Zeit zum Hören, lediglich den neusten O.K. America Folge habe ich geschafft. Und die hatte es wieder in sich.“Donald Trumps Stärke wirkt immer schwächer” Die Details, Analysen und Einblicke von Rieke Havertz und Klaus Brinkbäumer, dieses mal direkt aus NYC, finde ich immer super interessant. Es geht um die UN Sitzungswoche, die Verbannung einiger großer Fernsehsender aus dem Weissen Haus und die Hochzeit von Trumps Sohn. Die hat er sich von den Russen bezahlen lassen. Unglaublich.
Das waren meine Freitagstipps, Gedanken und Geschichten für diese Woche. Vielen Dank für’s Vorbeischauen, wenn ihr bis hierher gelesen habt.
Ich hoffe, es ist etwas Interessantes für euch dabei. Und ich freue mich immer, wenn ihr meine Freitagstipps in den Kommentaren ergänzt.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende, meins wird kreativ, lustig und vielleicht auch ein wenig anstrengend.
Alles Liebe


























